next generation
Sie sind jung. Sie sind gut ausgebildet. Sie sind voller guter Ideen. Ihre Eltern und deren Vorfahren haben einen Betrieb aufgebaut, der auch ihre berufliche Zukunft darstellt.

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beigestellt
ist der weg vorgezeichnet,
wenn man in einen Traditionsbetrieb hineingeboren wird? Johanna Markowitsch ist „zwischen dem Wein aufgewachsen“, ging dann aber erst einmal andere Wege. Nach der Matura studierte die junge Frau Unternehmenswirtschaft in Wien und war berufsbegleitend bei Wein & Co. im Marketing beschäftigt. Anschließend zog es sie ins Ausland. Erst auf Umwegen gelangte sie zurück in den elterlichen Weinbaubetrieb, wo sie heute gemeinsam mit ihrem noch jungen Papa, ihrer Mama und ihrer Schwester den Betrieb am Laufen hält. Der Spirituosen-Jungunternehmer Hansi Reisetbauer ging den klassischen Weg: nach seinem Agrarwissenschafts- und Weinbaustudium an der Universität für Bodenkultur kehrte er wie viele andere junge Betriebsnachfolger in den elterlichen Betrieb zurück. Mit vielen Ideen, aber auch mit einer großen Dankbarkeit den Eltern und Vorfahren gegenüber: „Mit dem, was die Generationen vor uns aufgebaut haben, dürfen wir Jungen weiterarbeiten.“ Das weiß auch Johanna Markowitsch: „Ich kann das, was ich mache, nur deshalb tun, weil es die alten Weinstöcke bereits gibt, die an einem guten Platz schon lange vor mir gepflanzt wurden. Diese gilt es besten Gewissens nachhaltig weiter zu bewirtschaften. Die Kombination aus dem alten Wissen und dem jungen frischen Wind ist uns in unserem Betrieb gut gelungen.“ Mehrere Generationen unter einem Dach stellen eine Herausforderung dar, Arbeitsplatz und Privatleben sind in einem landwirtschaftlichen Betrieb sehr eng beieinander, und die Interessen der Generationen prallen mitunter aufeinander. Der junge Agrarwissenschafter weiß aus eigener Erfahrung: „Letztlich gilt es, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Innerhalb einer Familie spielt auch die emotionale Ebene eine Rolle und auch die Tatsache, dass man räumlich nicht einfach auf Abstand zur Arbeit gehen kann, wie in einem anderen Beruf. Gerade diese Reibung motiviert allerdings auch, seine Ziele zu verwirklichen.“
„Trends kommen und gehen. Letztlich setzt sich die Qualität durch.“
– Hansi Reisetbauer, Jungunternehmer Brennerei
Die Jungen kommen
„Gerade findet in unserem Umfeld ein Generationswechsel statt“, erklärt Johanna Markowitsch, „da ist es nicht nur lässig, sondern auch besonders wichtig, dass wir uns in einer Community, wie beispielsweise bei KulinariJung oder anderen Events miteinander connecten und die eigenen Produkte präsentieren können.“ Die Heimkehrerin in den Weinbaubetrieb ihrer Eltern versucht als gelernte Marketingfrau neue Trends am Getränkesektor zu orten und auch umzusetzen. So hat sie gemeinsam mit Hansi Reisetbauer junior den Wein-Gin-Aperitif jojo entwickelt, der sich bereits am Markt etabliert hat. Dennoch ist sie überzeugt: „Qualitativ hochwertiger Wein wird immer getrunken werden.“
„Die Kombination aus altem Wissen und Innovation macht in unserem Betrieb den Erfolg aus.“
– Johanna Markowitsch, Jungwinzerin
Neue Zeiten — neue Trends?
„Das Konsumverhalten hat sich in jedem Fall geändert“, so die rührige Winzerin, „frischer Wind ist in unsere Rotweinproduktion gekommen, neue Veranstaltungen sind entstanden, und das Branding hat sich verändert. Auch ich habe zwei neue Marken eingeführt. „Wir sind als junge Generation heute präsenter am Markt als früher, als ich noch nicht am Hof mitgearbeitet habe. Dennoch streben wir gemeinsam an, die Marke aufrechtzuerhalten.“
Auch Papa Reisetbauer ist noch viel zu jung, um den Hof zu übergeben. Dennoch kommt dem boku-Absolventen eine wichtige Rolle im Betrieb zu: In Wien lernte er die junge Bar- und Gastronomieszene kennen, zu der sein Vater keinen Zugang hat: „So können wir uns das gut aufteilen und gegenseitig voneinander profitieren. Natürlich haben wir auch oft unterschiedliche Meinungen, weil die Kundenstämme auseinandergehen. Da müssen in jeder Familie individuell Wege gefunden werden, wie man den Betrieb gemeinsam gut führen kann.“ Jedenfalls gilt es, Trends gut zu beobachten: „So gab es ja in den letzten Jahren einen Gin-Trend in Österreich. Wir hatten den Vorteil, dass wir bereits vor diesem Trend mit unserem Gin am Markt waren. In unserer Zeit geht alles viel schneller, und man muss daher auch rascher reagieren, wie etwa auf die Aperitivogetränke, also Alkohol light, den gerade die junge, gesundheitsbewusste Generation bevorzugt“, ist Reisetbauer überzeugt. Auf der anderen Seite müsse man auch die Traditionsprodukte im Auge behalten: „Unsere Schnäpse werden als hochqualitativer Edelbrand immer gefragt sein.“
Eine große Veränderung sieht Markowitsch in den Side-Product-Lines neben dem bestehenden Sortiment. „Das heißt, es ist Platz für anderes, dennoch darf man seine Identität als Marke nicht verlieren.“ Abwägen, wo man mitgehen soll, ist eine wichtige Aufgabe, die gerade eine Stärke der jungen Generation in Betrieben sein kann. Dass das Konsumverhalten aktuell auch von der derzeit weniger rosigen finanziellen Lage beeinflusst wird, bekommen die beiden zu spüren. Nicht alles ist jederzeit leistbar. Bleibt zu hoffen, dass bessere Zeiten kommen. Aber, so fasst Johanna Markowitsch treffend zusammen: „Ich habe bereits in den wenigen Jahren, die ich am Hof mitarbeite, gelernt: Alles, was schnell da war, war auch genauso schnell wieder weg.“ Hansi Reisetbauer stimmt ihr zu: „Was letztlich bleibt, ist die Qualität, die wird sich langfristig durchsetzen. Wenn man auf diesem Dampfer bleibt, gleichgültig welche Produkte man macht, wird man sich am Markt durchsetzen.“
Auch Papa Reisetbauer ist noch viel zu jung, um den Hof zu übergeben. Dennoch kommt dem boku-Absolventen eine wichtige Rolle im Betrieb zu: In Wien lernte er die junge Bar- und Gastronomieszene kennen, zu der sein Vater keinen Zugang hat: „So können wir uns das gut aufteilen und gegenseitig voneinander profitieren. Natürlich haben wir auch oft unterschiedliche Meinungen, weil die Kundenstämme auseinandergehen. Da müssen in jeder Familie individuell Wege gefunden werden, wie man den Betrieb gemeinsam gut führen kann.“ Jedenfalls gilt es, Trends gut zu beobachten: „So gab es ja in den letzten Jahren einen Gin-Trend in Österreich. Wir hatten den Vorteil, dass wir bereits vor diesem Trend mit unserem Gin am Markt waren. In unserer Zeit geht alles viel schneller, und man muss daher auch rascher reagieren, wie etwa auf die Aperitivogetränke, also Alkohol light, den gerade die junge, gesundheitsbewusste Generation bevorzugt“, ist Reisetbauer überzeugt. Auf der anderen Seite müsse man auch die Traditionsprodukte im Auge behalten: „Unsere Schnäpse werden als hochqualitativer Edelbrand immer gefragt sein.“
Eine große Veränderung sieht Markowitsch in den Side-Product-Lines neben dem bestehenden Sortiment. „Das heißt, es ist Platz für anderes, dennoch darf man seine Identität als Marke nicht verlieren.“ Abwägen, wo man mitgehen soll, ist eine wichtige Aufgabe, die gerade eine Stärke der jungen Generation in Betrieben sein kann. Dass das Konsumverhalten aktuell auch von der derzeit weniger rosigen finanziellen Lage beeinflusst wird, bekommen die beiden zu spüren. Nicht alles ist jederzeit leistbar. Bleibt zu hoffen, dass bessere Zeiten kommen. Aber, so fasst Johanna Markowitsch treffend zusammen: „Ich habe bereits in den wenigen Jahren, die ich am Hof mitarbeite, gelernt: Alles, was schnell da war, war auch genauso schnell wieder weg.“ Hansi Reisetbauer stimmt ihr zu: „Was letztlich bleibt, ist die Qualität, die wird sich langfristig durchsetzen. Wenn man auf diesem Dampfer bleibt, gleichgültig welche Produkte man macht, wird man sich am Markt durchsetzen.“
Kulinarik-Festival
2018 initiierte Hansi Reisetbauer junior das KulinariJung-Festival, ein Treffen junger Talente unter 35 Jahren aus der Kulinarik-
szene, zum Austausch und zur Präsentation ihrer Innovationen. Das nächste Festival ist für Juni 2026 geplant.
www.kulinarijung.com
szene, zum Austausch und zur Präsentation ihrer Innovationen. Das nächste Festival ist für Juni 2026 geplant.