junge hände,
altes handwerk
Ihre Traditionen reichen oft hunderte von Jahren zurück, und sie erfordern uralte Kenntnisse: Alten Handwerken wird in jungen Händen neues Leben eingehaucht.

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sei es nun die gürtlerin
oder der Klavierbauer, die Bierbrauerin oder der Steinmetz: Junge Handwerker:innen entdecken alte Berufe neu. Dabei werden jahrhundertealte Handgriffe erlernt, authentische Maschinen verwendet und Methoden eingesetzt, die Generationen zuvor erfunden wurden. Zugleich tragen das Wiederaufleben und die Bewahrung dieser alten Berufe dazu bei, den Trend zu nachhaltiger Produktion und bewussterem Konsum zu verstärken – etwas, das in Zeiten der Massenproduktion wichtiger denn je erscheint.


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Die Zukunft des Alten
Erst kürzlich verlautbarte der österreichische Wirtschaftsbund: Die Lehre gewinnt wieder mehr an Attraktivität – und zwar auch in seltenen Lehrberufen. Mit Stand 2024 war ein Drittel der jungen Lehrlinge in der Sparte Gewerbe und Handwerk tätig. Unter anderem im traditionsreichen Unternehmen J. & L. Lobmeyr, das vor gut 200 Jahren als Handelshaus für Glaswaren gegründet wurde. Dessen Kristallglas, das früher im Habsburger Hof für staunende Augen sorgte, gilt bis heute als weltweit gefragtes Designgut. Dabei sind es aber nicht nur große Namen wie Adolf Loos oder Bodo Sperlein, die für den Erfolg verantwortlich zeichnen: Hinter den Kulissen stehen Handwerker:innen, die die Entwürfe zum Leben erwecken. Ihre Fertigkeiten werden nach wie vor bei J. & L. Lobmeyr gelehrt – junge Menschen werden zu Hohlglasveredler:innen ausgebildet oder beginnen eine Lehre im Metalldesign, um traditionelle Entwurf- und Fertigungstechniken für Gebrauchs- und Ziergegenstände zu erlernen. Nachhaltigkeit nimmt dabei eine inhärente Rolle ein, da alte Handwerkstechniken eine besonders ressourcenschonende Verarbeitung der Materialien ermöglichen. Die Produkte werden für mehrere Generationen gefertigt und sind somit eine wichtige Alternative zur kurzlebigen Massenproduktion.
Unter den Metalldesign-Lehrlingen, die sich bei J. & L. Lobmeyr dem alten Handwerk verschrieben haben, ist die angehende Gürtlerin Aenne Aichinger. „Ich habe mich schon immer für Handwerk interessiert“, erinnert sie sich. „Auf der Suche nach einer Lehrstelle habe ich zuvor einige Werkstätten besucht. J. & L. Lobmeyr ist aber bei weitem die authentischste – die Treue zum alten Handwerk war ein wichtiges Kriterium für mich.“ Obwohl die Ausbildung grundsätzlich moderne Methoden wie cnc-, Wasserstrahl- und Lasertechnik integriert, steht in dem Wiener Unternehmen Tradition nach wie vor im Fokus. „Es wird alles noch per Hand gemacht“, so Aenne Aichinger. „Wir machen Kunst – davon bin ich sehr überzeugt. Und das ist auch einer der interessantesten und schönsten Aspekte daran.“
Unter den Metalldesign-Lehrlingen, die sich bei J. & L. Lobmeyr dem alten Handwerk verschrieben haben, ist die angehende Gürtlerin Aenne Aichinger. „Ich habe mich schon immer für Handwerk interessiert“, erinnert sie sich. „Auf der Suche nach einer Lehrstelle habe ich zuvor einige Werkstätten besucht. J. & L. Lobmeyr ist aber bei weitem die authentischste – die Treue zum alten Handwerk war ein wichtiges Kriterium für mich.“ Obwohl die Ausbildung grundsätzlich moderne Methoden wie cnc-, Wasserstrahl- und Lasertechnik integriert, steht in dem Wiener Unternehmen Tradition nach wie vor im Fokus. „Es wird alles noch per Hand gemacht“, so Aenne Aichinger. „Wir machen Kunst – davon bin ich sehr überzeugt. Und das ist auch einer der interessantesten und schönsten Aspekte daran.“

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Wir machen Kunst — davon bin ich sehr überzeugt. Und das ist auch einer der interessantesten und schönsten Aspekte daran.
Aenne Aichinger,
Lehrling Metalldesign
J. & L. Lobmeyr
Lehrling Metalldesign
J. & L. Lobmeyr
Zwischen Erhalt und Wandel
Anderswo geht das Handwerk aktiv mit der Zeit und setzt auf nachhaltige, allerdings modernere Praktiken oder Materialien: In der traditionellen Blaudruckerei Koó im Burgenland etwa, die seit 100 Jahren „blau macht“, wird das Färbeverfahren heute mit ökologischen Farbstoffen und biologisch abbaubaren Chemikalien weiterentwickelt. Einige Handwerksbetriebe setzen teilweise auf Roboter – etwa in Werkstätten, um Oberflächen zu schleifen oder zu polieren – oder nutzen KI-gestützte Software zur Optimierung von Designs. Grundsätzlich aber gilt für viele, das Handwerk in seiner Ursprungsform zu bewahren und als Weg zu qualitativ hochwertiger Produktion zu betrachten. Letztendlich können dabei schon wenige erfolgreiche Betriebe wie J. & L. Lobmeyr ausreichen, um ein „altes Handwerk“ auch für zukünftige Generationen zu erhalten und zugänglich zu machen.