hüter der
alpen

Der Frühling verändert die Alpen wie keine andere Jahreszeit: Während auf den Gipfeln noch der Schnee glitzert, strecken im Tal die ersten Blumen ihre Köpfe der Sonne entgegen, und das Rauschen von Schmelz­wasserbächen erfüllt die Täler. Diese besondere Zeit des Aufbruchs offenbart die beeindruckende Vielfalt der Bergwelt — und inspiriert Menschen wie Herbert Raffalt. Der steirische Bergführer und Fotograf hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese fragile Schönheit in seinen Bildern einzufangen — als Mahnung und Inspiration zugleich.
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Herbert Raffalt
wenn der frühling
in den Alpen Einzug hält, zeigt die Natur eine ihrer eindrucksvollsten Seiten. Der Kontrast zwischen schneebedeckten Gipfeln und blühenden Almwiesen macht die Landschaft lebendig und zugleich verletzlich. Es sind genau diese Momente, die Herbert Raffalt in seiner Arbeit festhält: ich bin mir gar nicht sicher, ob der Berg oder das perfekte Bild mich mehr antreibt, früh aufzubrechen“, sagt er mit einem Lächeln. Dieser „Augenmensch und Bergnomade“, wie er sich selbst nennt, hat es geschafft, seine Leidenschaft für die Berge und die Fotografie zu einer Berufung zu machen. Der gebürtige Schladminger, dessen Arbeiten regelmäßig in renommierten Magazinen wie National Geographic erscheinen, ist aber nicht nur ein erfahrener Bergführer und preisgekrönter Fotograf, sondern auch ein engagierter Naturschützer. „Viele Jahre am Berg haben mir gezeigt, wie verletzlich unser Planet ist“, betont er. Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch seine Vorträge, Bücher und Kalender, die er mit einem sehr persönlichen Stil präsentiert.
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beigestellt
Um Dinge neu zu sehen, muss man manchmal seinen Standort verändern.
Herbert Raffalt, geboren 1964 in Schladming, ist Bergführer, Fotograf und Naturschützer. Gemeinsam mit seiner Frau Silke und den beiden Kindern Leo und Leni lebt er im steirischen Ennstal inmitten der Bergregion Dachstein-Tauern.
Die Alpen bewahren
Für Raffalt ist der Frühling nicht nur eine Zeit des Aufbruchs für die Natur, sondern auch für die Menschen, die in den Bergen leben oder sie besuchen. Die zahllosen kleinen Bäche, die von den Berghängen ins Tal stürzen und die ersten warmen Sonnenstrahlen laden dazu ein, innezuhalten und die Kraft dieses Wandels zu spüren. Doch diese fragile Schönheit ist bedroht. Der Klimawandel zeigt sich in den Alpen besonders deutlich. Schmelzende Gletscher, kürzere Winter und veränderte Vegetationszyklen setzen dem sensiblen Ökosystem zu. „Nachhaltigkeit fängt vor der eigenen Haustür an“, sagt Raffalt, der mittlerweile das Abenteuer in seiner Heimatregion dem Reisen vorzieht.
Seine jüngsten Bildbände spiegeln diesen Fokus wider. In „Die schönsten Bergseen Österreichs“ porträtiert er 50 alpine Juwele – von leicht erreichbaren Zielen bis zu entlegenen, mystischen Seen. Der Band „weitblick“ hingegen ist eine Hommage an die Schladming-Dachstein-Region, begleitet von einfühlsamen Texten der Autorin Eva-Maria Nagl. Beide Werke laden nicht nur zum Staunen, sondern auch zum Nachdenken ein. „Die Alpen sind ein Ort, der unsere Sehnsucht nach Ursprünglichkeit stillt“, so Raffalt. Umso wichtiger sei es, diesen Lebensraum zu bewahren – durch bewusste Entscheidungen, nachhaltiges Handeln und Respekt vor der Natur.
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Herbert Raffalt