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gold
Ob als Wertanlage oder Schmuck: Gold ist so begehrt wie lange nicht mehr. Aber unter welchen Bedingungen wird es abgebaut, was läuft im weltweiten Goldabbau falsch und wie geht es richtig?

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Gold ist nicht nur eine wertvolle Ressource, sondern auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Verantwortung.
historisch gesehen
spielt Gold schon seit Tausenden von Jahren eine wesentliche Rolle als Zahlungsmittel, und sein Wertbestand ist beeindruckend. In Zeiten steigender Verschuldung, von Nullzinsen, staatlich gestützten Unternehmen, Spannungen zwischen Großmächten und Protektionismus spricht derzeit leider nicht viel für eine rasche Erholung der Wirtschaft. Gold ist da eine gewisse Versicherung. Die Kundennachfrage nach nachhaltig gewonnenen Edelmetallen spielt derzeit noch eine eher untergeordnete Rolle, doch gerade bei der Edelmetallgewinnung ist dieser Punkt enorm wichtig. Für die Ögussa als Scheideanstalt ist Nachhaltigkeit ein zentrales Anliegen. Hier wird Gold seit jeher wiederverwertet. „Reduce-Reuse-Recycle“ rückt Recycling-Gold in Zeiten erhöhter Goldnachfrage neu in den Fokus. „Recycling-Gold ist die beste Option für faires und verantwortungsvolles Gold, da für Recycling-Gold das Edelmetall in höchster Reinheit wiedergewonnen wird. Damit wird weder die Umwelt durch den schädlichen Abbau in den Minen belastet, noch müssen Menschen unter unwürdigen und unkontrollierten Arbeitsbedingungen arbeiten“, erklärt Reinhard Walz, Marketing- und Vertriebsleiter der Ögussa. Durch diese Wiederverwertung – auch ‚Urban Mining‘ genannt – entfallen Quecksilber- und Zyanideinsatz. Die meiste Goldförderung findet heute in China statt, während in Asien die größte Nachfrage nach Gold besteht. „Im Unterschied dazu stammen die Edelmetalle in unseren Produkten größtenteils aus recyceltem Altmaterial, das in Europa gesammelt wurde. Anlegerinnen und Anleger können mit gutem Gewissen in Ögussa-Barren investieren. Diese werden ausschließlich in Österreich produziert und erfüllen höchste internationale Standards“, betont Walz.
Kinderarbeit ist keine Seltenheit
Weltweit gibt es ungefähr 15 Millionen kleingewerbliche Goldbergbauarbeiter:innen. Insgesamt sind über 100 Millionen Menschen direkt oder indirekt von diesem sehr arbeitsintensiven Bergbau abhängig. Dennoch verdienen die Arbeiter:innen oft zu wenig, um ihre Familien zu ernähren. Der Goldpreis unterliegt extremen Schwankungen, und Arbeiter:innen fehlt meist der Zugang zu den nötigen Marktinformationen. So müssen sie ihr Gold oft zu einem viel zu niedrigen Preis verkaufen. Hinzu kommen fehlende Sicherheitsstandards und Kinderarbeit, die in Goldminen leider keine Ausnahme ist. Die im Goldabbau eingesetzten Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid schaden Mensch und Umwelt gleichermaßen. Allein im Amazonasgebiet werden täglich 100 Tonnen Quecksilber entsorgt – mit gravierenden Folgen für die betroffenen Regionen. Bergbaugemeinden fehlt es häufig an Infrastruktur, Trinkwasser sowie Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Zudem ist der Goldabbau oft unformalisiert oder illegal und geht mit Gewalt, Schmuggel und Landraub einher. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um sichere Arbeitsbedingungen, fairen Marktzugang und umweltschonendere Abbaumethoden zu gewährleisten.
Fairtrade-Gold: Hoffnung für Minenarbeiter:innen
Der Großteil des weltweit abgebauten Goldes wird zu Schmuck verarbeitet – eine milliardenschwere Industrie. „Fairtrade leistet Pionierarbeit, um die Lebensbedingungen von kleingewerblichen Minenarbeiterinnen und -arbeitern zu verbessern. Fairtrade-Gold wird unter Einhaltung strenger Standards abgebaut. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen, der Schutz der Umwelt und garantierte Mindestpreise“, erläutert Hartwig Kirner von Fairtrade Österreich. Pro Kilo Fairtrade-Gold wird eine Prämie von 2.000 US-Dollar an die Minenorganisationen ausbezahlt. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als fünf Tonnen Gold nach Fairtrade-Standards zertifiziert und exportiert. Diese Prämien fließen direkt in bessere Lebensbedingungen wie Unterkünfte und Gesundheitsprogramme. Zusätzlich fördern sie die Produktivität und die Einführung nachhaltigerer Abbaumethoden.

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Woher kommt Fairtrade-Gold?
„Aktuell stammen alle Fairtrade-Gold-Produzentinnen und -produzenten aus dem kleingewerblichen Bergbausektor in Peru. 2022 konnten von 940 kg abgebautem Gold 350 kg zu Fairtrade-Bedingungen verkauft werden, wodurch allein in diesem Jahr Prämien in Höhe von 700.000 US-Dollar an die Minenorganisationen geflossen sind“, berichtet Kirner. Diese Unterstützung hilft den Gemeinden nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und ökologisch, um ihre Zukunft zu sichern.
Die Einhaltung der Fairtrade-Standards wird durch die unabhängige Zertifizierungsstelle Flocert (www.flocert.net) streng kontrolliert.
„Der Mindestpreis für Gold liegt bei 95 Prozent des von der London Bullion Market Association (IBMA) festgelegten Goldpreises. Das ist ein deutlich höherer Verkaufspreis, als die Arbeiterinnen und Arbeiter normalerweise erhalten. Diese Untergrenze ermöglicht es den Minenarbeiterinnen und -arbeitern, faire Verhandlungsspielräume zu nutzen und langfristig ihre Existenz zu sichern“, erklärt Kirner weiter.
Die Einhaltung der Fairtrade-Standards wird durch die unabhängige Zertifizierungsstelle Flocert (www.flocert.net) streng kontrolliert.
„Der Mindestpreis für Gold liegt bei 95 Prozent des von der London Bullion Market Association (IBMA) festgelegten Goldpreises. Das ist ein deutlich höherer Verkaufspreis, als die Arbeiterinnen und Arbeiter normalerweise erhalten. Diese Untergrenze ermöglicht es den Minenarbeiterinnen und -arbeitern, faire Verhandlungsspielräume zu nutzen und langfristig ihre Existenz zu sichern“, erklärt Kirner weiter.
Ein neues Narrativ für Gold
Gold ist nicht nur eine wertvolle Ressource, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Verantwortung. Initiativen wie Recycling-Gold und Fairtrade-Gold zeigen, dass es Alternativen gibt, die den Schutz von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellen. Oder wie Reinhard Walz es zusammenfasst: „Schreiben wir die Geschichte neu. Die Geschichte eines Stück Goldes, das irgendwann und irgendwo abgebaut wurde – unter Bedingungen, die wir nicht kennen und auch nicht mehr beeinflussen können. Was wir aber können: sicherstellen, dass ab sofort kein Schaden mehr entsteht.“