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in gefahr
Unsere Erde ist die Grundlage allen Lebens – doch sie ist bedroht. Nachhaltige Ansätze können ihre Fruchtbarkeit bewahren und die Lebensgrundlage sichern.

Fotocredit:
Christian Lendl, WWF Österreich
WWF: Täglich werden rund zwölf Hektar Boden verbraucht.
unsere erde ist weit
mehr als ein Substrat unter unseren Füßen. Sie ist Lebensraum für Milliarden Mikroorganismen, reguliert den Wasserkreislauf, speichert Kohlenstoff und liefert unsere Nahrungsmittel. In einer Handvoll Erde leben mehr Mikroorganismen, als es Menschen auf der Erde gibt – eine immense Vielfalt, die essenziell für das Klima und das ökologische Gleichgewicht ist. Doch genau diese Ressource ist massiv bedroht.
Eine unsichtbare Krise
Laut Simon Pories, Campaigner Bodenschutz beim WWF Österreich, sind weltweit 20 bis 25 Prozent aller eisfreien Böden durch Erosion geschädigt – in Österreich ist der genaue Wert unbekannt, aber die Anzeichen sind alarmierend: Täglich werden rund zwölf Hektar Boden verbraucht, etwa durch Straßen- und Gewerbebau. „Das großzügige Bauen auf der ‚grünen Wiese‘ muss ein Ende haben“, sagt Pories. Besonders kritisch ist die Kombination aus intensiver Landwirtschaft, die Humus abbaut und klimawandelbedingten Extremwetterereignissen wie Dürren oder Starkregen. Diese Prozesse verstärken sich gegenseitig und gefährden die Fähigkeit der Böden, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Im schlimmsten Fall droht Wüstenbildung.
Nachhaltige Ansätze für die Bodenrettung
Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen. Ansätze wie die regenerative Landwirtschaft setzen auf natürliche Kreisläufe und den Aufbau von Humus, um geschädigte Erde wieder fruchtbar zu machen. „Eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie, ist entscheidend“, betont Pories. In Österreich gewinnen Methoden wie Mulchsaat oder biologische Landwirtschaft an Bedeutung. Diese schützen nicht nur den Boden, sondern speichern auch Kohlenstoff und sichern langfristig Erträge.
Ebenso wichtig ist eine ökologisch ausgerichtete Raumordnung. Es braucht verbindliche Obergrenzen für den Bodenverbrauch sowie die Stärkung von Ortskernen durch die Reaktivierung von Leerständen. „Es braucht finanzielle Anreize für Gemeinden und Bauträger, um ungenutzte Flächen zu entsiegeln und effizient zu bebauen“, erklärt Pories. Auch steuerliche Reformen und der Stopp umweltschädlicher Großprojekte seien zentrale Schritte.
Ebenso wichtig ist eine ökologisch ausgerichtete Raumordnung. Es braucht verbindliche Obergrenzen für den Bodenverbrauch sowie die Stärkung von Ortskernen durch die Reaktivierung von Leerständen. „Es braucht finanzielle Anreize für Gemeinden und Bauträger, um ungenutzte Flächen zu entsiegeln und effizient zu bebauen“, erklärt Pories. Auch steuerliche Reformen und der Stopp umweltschädlicher Großprojekte seien zentrale Schritte.

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Christian Lendl, WWF Österreich
Der Boden unter unseren Füßen ist keine Selbstverständlichkeit — er ist die Grundlage für ein lebenswertes Morgen.
Böden als Klimaschützer
Gesunde Erde ist nicht nur Lebensgrundlage, sondern auch ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Klimakrise. Sie kann große Mengen Kohlenstoff und Wasser speichern, was sowohl die Ursachen als auch die Folgen des Klimawandels abmildert. Doch versiegelte Böden verlieren diese Funktionen unwiederbringlich. Der Schutz unserer Erde ist daher nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Notwendigkeit. „Ohne gesunde Böden wird die Ernährungssicherheit langfristig nicht gewährleistet sein“, warnt Pories. Förderprogramme wie das österreichische ÜPUL (Agrarumweltprogramm) setzen bereits positive Anreize, doch laut Pories reicht dies nicht aus: „Es braucht deutlich mehr Anstrengungen, um eine wirkliche Wende zu erreichen.“
Verantwortung für die Zukunft
Jeder Schritt in Richtung nachhaltiger Bodennutzung trägt dazu bei, diese wertvolle Ressource zu bewahren. Pories hebt hervor, wie wichtig eine kritische Öffentlichkeit ist: „Bürgerinitiativen spielen eine Schlüsselrolle im Schutz der Böden, indem sie zerstörerische Bauprojekte anprangern.“ Der Boden unter unseren Füßen ist keine Selbstverständlichkeit – er ist die Grundlage für ein lebenswertes Morgen. Es liegt an uns, ihn mit Respekt zu behandeln und zu schützen.